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In der Montessori-Pädagogik sprechen wir von drei Pädagogen:
Der erste Pädagoge ist der/die Lernende selbst. Er/Sie weiß am besten, was er/sie aktuell lernen muss, um seinen/ihren Lernantrieb zu befriedigen und weiterzukommen. Er/sie weiß am besten, welche Medien er/sie benutzen will.
Darum fördern wir die Selbstbestimmtheit unserer Lernenden. Sie überlegen sich, was liegt in der aktuellen Lernperiode an: "Was will ich jetzt lernen?" Daraus formulieren sie ein Ziel und schreiben es nieder. Im Tutorengespräch wird das Ziel geschärft: d.h. es wird präzisiert, die Kriterien des Erfolges beschrieben und der Zeit bestimmt,an dem das Ziel erreicht werden soll.
Dazu gehört auch, dass junge Menschen am besten von jungen Menschen lernen. Das ist der kooperative Ansatz auf der Ebene Lernende-Lernende. Darum erfolgt die Lösung der Lernaufgabe immer im Dreiklang "Ich versuche die Lösung selbst - ich bespreche meine Ergebnisse mit Mitschülern - ich präsentiere mein/unser Ergebnis".
Damit unsere Lernenden die Fähigkeit zum selbstbestimmten Lernen wiederentdecken und weiter entwicklen können, öffnen wir den Unterricht schrittweise. Wir überlassen immer mehr den Lernenden die Entscheidung, was sie wann wo mit wem wie lernen wollen.
Der zweite und dritte Pädagoge sind die Erwachsenen. Hier unterscheiden wir zwei Gruppen:
a) die professionellen Pädagogen. Das sind wir Lernbegleiter. Wir stehen bei der Formulierung der Lernaufgabe zur Seite. Wir zeigen neue Lernsituationen auf. Wir beraten bei der Lösung. Wir unterstützen und loben und gelegentlich verdeutlichen wir auch Grenzen.
b) die Laienpädagogen. Das sind Eltern und andere soziale Bezugspersonen. Sie haben letztendlich dieselbe Aufgabe. Wir professionelle Pädagogen unterstützen die Laienpädagogen bei ihrer Aufgabe in persönlichen Gesprächen.
Der vierte Pädagoge ist der Raum, in dem gelernt wird. Im System Schule ist dies zunächst der Klassenraum. In seiner Gestaltung lassen wir unseren Lernenden viel Freiraum, damit sie sich in diesem Raum auch wohlfühlen können. Wir haben neue Möbel gekauft. Es gibt keine Sitzpläne. Unsere Lernenden können ihren Arbeitsplatz frei wählen und sie müssen nicht die ganze Zeit still sitzen, sondern können sich frei bewegen.
Lernen in unserem Projekt ist also von den Lernenden weitgehend bestimmt. Wir begreifen Lernen als persönlichen Akt, für dessen Gelingen der Lernende die Hauptverantwortung trägt. Es ist die Aufgabe der erwachsenen Lernbegleiter, zunehmend weniger strukturierend in dieses Geschäft einzugreifen und loszulassen. Dafür müssen sie mehr hinsehen und reden. So gelingt Lernen.
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